19.12.2001 // Chemieunfall Kalilauge A-12 bei Jenbach

19Langwieriger Feuerwehreinsatz am 19. Dezember 2001 auf der A 12 bei Jenbach in Tirol. Ein mit Kalilauge beladener Sattelschlepper verunfallte auf der Autobahn und sorgte für einen umfangreichen Einsatz der Feuerwehr.

Kurz vor 10 Uhr kam es am 19. Dezember 2001 auf der Inntalautobahn A12 Fahrtrichtung Kufstein auf Höhe Jenbach zu einem folgeschweren Verkehrsunfall. Ein Sattelzug, beladen mit 22.000 Litern Kaliumhydroxyd (Kali-Lauge) ist aus bisher ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten, wobei das Zugfahrzeug gegen die Mittelleitschiene prallte und der Tankauflieger umstürzte und auf der Überholspur zu liegen kam.

Die Autobahngendarmerie Wiesing leitete sofort alle Maßnahmen ein. Sperrte die Autobahn und alarmierte den Gefahrengutzug Jenbach. Sofort nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte der Feuerwehr Jenbach wurde ein Erkundungstrupp, ausgerüstet mit schwerem Atemschutz, eingesetzt, der feststellte, dass der Tankwagenanhänger dicht geblieben ist. Nach dieser Feststellung machte sich große Erleichterung bei den Einsatzkräften breit. Mittlerweilen sind der Landesbranddirektorstellvertreter Klaus Erler und der Chemiker der Fa. DAKA, Herr Arthur Eder an der Einsatzstelle eingetroffen. Der Bezirksfeuerwehrinspektor Josef Riedhard und Vertreter der Behörden wurden auch zur Unfallstelle gerufen.

Ebenso wurde die Betriebsfeuerwehr der Biochemie in Kundl alarmiert. Präventivmaßnahmen wurden sofort ergriffen, wie das Abdichten der Kanalisation mittels Dichtkissen und das Aufschütten von Sanddämmen um bei einem plötzlichen Austritt den Schaden so gering wie möglich zu halten. Nach eingehenden Beratungen und genauestem Erkunden der Lage konnte man mit Hilfe von zwei Tankwägen der Fa. DAKA die stark ätzende Lauge aus dem verunglückten Hänger umpumpen. Diese Arbeiten dauerten bis in die Nachmittagsstunden an und konnten erfolgreich um ca. 15.30 Uhr abgeschlossen werden. Die anschließende Bergung des Sattelzuges wurde durch die Fa. Scheffold mittels zwei Teleskopkränen durchgeführt. So konnte man nach Beendigung der ganzen Aufräumarbeiten die Autobahn gegen 16.30 dem Verkehr wieder frei geben.

Auffallend bei diesem Einsatz war das hervorragende Zusammenspiel der am Einsatz beteiligten Organisationen. Die Feuerwehr, die Gendarmerie, sowie die Firmen DAKA und Biochemie konnten durch dieses gute Zusammenspiel diesen Einsatz erfolgreich abschließen und dadurch eine große Gefährdung für unsere Umwelt abwenden. Ebenso muss das schnelle Agieren der Straßenmeisterei Vomp lobenswert hervorgehoben werden, die binnen kürzester Zeit alle von der Einsatzleitung erwünschten Informationen und Materialien zur Verfügung stellte.

Nachalarmierte Feuerwehren: Betriebsfeuerwehr Biochemie Kundl (2 Fahrzeuge), Landesfeuerwehrschule Tirol (1 Fahrzeug)

Die Inntalautobahn war in Fahrtrichtung Kufstein ca. 6 Stunden gesperrt. Die Fahrzeuge mussten über die Tiroler Bundesstraße umgeleitet werden. Gesperrt waren auch die Autobahnauffahrten Hall, Wattens, Vomp und Schwaz. Es bildete sich daraufhin ein 8 Kilometer langer Stau.

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