23.05.2019 // Heißausbildung 2019

Die letzten beiden Mittwoch Übungen standen ganz im Zeichen der Heißausbildung 2019! Unter einsatzrealistischen Bedingungen übten wir das richtige Vorgehen bei einem Brand im Keller.

Das einzige noch stehende Haus der alten „Prantl Siedlung” war das perfekte Übungsobjekt dafür, bevor es in den nächsten Wochen abgerissen wird. Dank der verwinkelten Kellerräumlichkeiten mit engen Gängen und den verschiedenen im Keller verbliebenen Brandlasten die zu einer enormen Hitze- und Rauchentwicklung führten, sorgte diese Heißausbildung speziell bei unseren jüngeren Kameraden für ganz neue Erfahrungen.

Hitze und völlige Dunkelheit

Schon wenige Sekunden nach Entzünden des Feuers erreichten die Temperaturen an der Decke des Hauptbrandraumes über 100 Grad und der Raum füllte sich mit dichtem Rauch. Aber nicht nur im Brandraum selbst, sondern im gesamten Kellerbereich stieg die Raumtemperatur innerhalb weniger Minuten auf über 50 Grad. Nach fünf Minuten stiegen die Deckentemperaturen bereits auf mehrere 100 Grad im Brandraum und heißer Rauch, der jegliche Sicht nahm, drang durch den gesamten Keller.

Herausforderung für die Atemschutztrupps

Vermisste Personen in Form von mehreren große Puppen bis hin zu Baby Puppen im Kinderwagen mussten bei völliger Dunkelheit und Raumtemperaturen um die 100 Grad von den eingesetzten Atemschutztrupps gefunden und anschließend gerettet werden. Parallel dazu musste der Brand bekämpft werden, ein Öltank gekühlt sowie Gasflaschen und Kanister mit brennbaren Flüssigkeiten aus dem Keller gebracht werden. Aufgrund der extremen Hitze konnte der Brandherd nur gebückt oder am Boden kriechend gefunden und gelöscht werden.

Wie schwierig und körperlich anstrengend dies alles ist kann wohl nur eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann der so etwas schon selbst erlebt hat beantworten!

Übung 1:

4 ATS-Trupps (12 Mann)

3 vermisste Personen gerettet

1 Gasflasche geborgen und gekühlt

4 Kanister mit brennbaren Flüssigkeiten geborgen

 

 

 

 

 

 

Übung 2:

3 ATS-Trupps (9 Mann)

3 vermisste Personen + 2 Babys gerettet

1 Öltank gekühlt

3 Gasflaschen geborgen und gekühlt

Optimal auf den Ernstfall vorbereitet sein

Da Brandeinsätze rückläufig sind und es für die Feuerwehren mittlerweile viel mehr technische Einsätze zu meistern gilt, fehlt oft den noch jüngeren Kameraden die Erfahrung im richtigen Umgang mit Bränden bei denen es zu großer Hitze- und Rauchentwicklung kommen kann. Deshalb sind solche Übungen für alle Feuerwehrmitglieder ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und extrem wertvoll um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein!

 

Leider kommt es bei solchen Übungen für direkte Anwohner des Übungsobjektes zu unvermeidbaren Geruchs- und Rauchbelästigungen. Wir möchten uns daher bei allen betroffenen für Ihr Verständnis bedanken! Vielen Dank auch an die NEUE HEIMAT TIROL für die Zurverfügungstellung des Übungsobjektes.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Jenbach – Wir üben für Ihre Sicherheit!